5 Bitcoin-Mythen im Check

Über Bitcoin wird viel erzählt – manches stimmt, vieles nicht. Hier sind fünf Behauptungen, die immer wieder auftauchen, und was wirklich dahintersteckt.

Mythos 1: „Bitcoin ist anonym“

Falsch – Bitcoin ist pseudonym. Jede Transaktion steht für immer öffentlich in der Blockchain. Dort stehen zwar keine Namen, sondern Adressen. Sobald eine Adresse aber einmal mit einer Person verknüpft ist – etwa durch einen Kauf an einer Börse mit Ausweisprüfung – lässt sich ihr Geldfluss nachverfolgen. Firmen für Blockchain-Analyse leben genau davon, und Behörden haben so schon viele Kriminelle überführt.

Mythos 2: „Digitales Geld kann man einfach kopieren“

Falsch. Genau dieses Problem – das Doppelausgeben – hat Bitcoin gelöst. Bitcoin sind keine Dateien, die man duplizieren könnte, sondern Einträge in einem gemeinsamen Kontobuch, das tausende Rechner unabhängig prüfen. Wer versucht, dieselben Coins zweimal auszugeben, wird von allen Nodes abgelehnt. Wie das funktioniert, erklären Kapitel 04 und Kapitel 06.

Mythos 3: „Satoshi oder die Entwickler können Bitcoin abschalten“

Falsch. Es gibt keinen zentralen Server und keinen Aus-Schalter. Die Software ist Open Source, und jeder Node entscheidet selbst, welche Version er ausführt. Selbst wenn alle bekannten Entwickler morgen eine Änderung veröffentlichen würden: Solange die Betreiber der Nodes sie nicht installieren, passiert nichts. Satoshi hat sich bereits 2010 zurückgezogen – das Netzwerk läuft seitdem einfach weiter. Mehr in Kapitel 08.

Mythos 4: „Bitcoin wurde schon oft gehackt“

Halb richtig – aber gehackt wurden Börsen, nicht Bitcoin. Die großen Verluste der Geschichte, etwa bei Mt. Gox 2014, entstanden, weil Unternehmen die Schlüssel ihrer Kunden schlecht geschützt haben. Das Bitcoin-Protokoll selbst wurde in über 17 Jahren nicht gebrochen. Den ernstesten Software-Fehler gab es 2010 („Value Overflow“); er wurde innerhalb weniger Stunden behoben. Daraus folgt die wichtigste Lehre: Not your keys, not your coins.

Mythos 5: „Ein Bitcoin ist viel zu teuer für mich“

Falsch. Niemand muss einen ganzen Bitcoin kaufen. Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Satoshi („sats“) teilen. Bei einem Kurs von 70.000 € kostet ein Satoshi gerade einmal 0,07 Cent – du kannst also auch für 10 € oder 25 € kaufen. Wie das mit regelmäßigen kleinen Beträgen aussehen kann, zeigt der Sparrechner.

Noch mehr Begriffe?

Alles, was hier vorkommt – von Node bis Satoshi – findest du kurz erklärt im Glossar.

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