Jiffy oder Eazy Plug? Warum ich umgestiegen bin

Titelbild: Jiffy vs. Eazy Plug – der große Vergleich, links ein Keimling im Jiffy, rechts im Eazy Plug

In meinem Beitrag Anzucht: Vom Samen bis zum Keimling habe ich beschrieben, wie ich meine Samen keimen lasse und dafür Jiffys benutze. Inzwischen habe ich umgestellt. Statt Jiffys nehme ich jetzt Eazy Plugs, und damit komme ich deutlich besser zurecht. In diesem Beitrag erkläre ich, worin sich die beiden unterscheiden, warum ich gewechselt habe und wie ich die Eazy Plugs benutze.

Was ist ein Jiffy?

Ein Jiffy ist eine gepresste Quelltablette in einem feinen, verrottbaren Netz. Die klassische Jiffy-7 besteht aus Torf mit etwas Dünger, daneben gibt es Varianten auf Kokosbasis. Trocken ist sie nur eine flache Scheibe. Erst im Wasser quillt sie zu einem kleinen Anzuchtballen auf.

Was ist ein Eazy Plug?

Ein Eazy Plug ist ein fester Anzuchtwürfel aus überwiegend organischem, torffreiem Material, der seine Form auch im nassen Zustand behält. Ein Netz gibt es nicht. Die Plugs werden getrocknet geliefert, meistens direkt in einer Schale mit mehreren Vertiefungen (zum Beispiel 12, 24 oder 77 Stück), und haben oben schon ein Loch für den Samen.

Laut Hersteller ist der pH-Wert auf etwa 5,8 eingestellt und gepuffert. Er bleibt also weitgehend stabil, auch wenn das Gießwasser einen etwas anderen pH-Wert hat. Außerdem sind die Plugs leicht vorgedüngt.

Jiffy und Eazy Plug im Vergleich

JiffyEazy Plug
MaterialTorf (oder Kokos) im Netzorganisches Material, gebunden, ohne Netz
Vorbereitungaufquellen lassen, dann ausdrückenkurz wässern, abtropfen lassen
Formweich, kann zerbröseln oder umkippenfest und formstabil
Wasser und Luftschnell zu nass oder zu trockenhält Wasser und behält trotzdem Luft
pH-Werthängt stark vom Gießwasser abgepuffert, laut Hersteller ca. 5,8
Handhabungjeder Jiffy einzelnalle Plugs in einer Schale
Umtopfenmit Netz in den Topfganzer Würfel in den Topf

Warum ich umgestiegen bin

Mit Jiffys hat es bei mir funktioniert, aber sie haben mich oft Nerven gekostet. Der schwierigste Moment war immer das Ausdrücken nach dem Quellen. Mal war der Jiffy danach noch zu nass, mal hatte ich zu fest gedrückt, und er war schon nach einem Tag wieder trocken. Dazu kommt, dass die weichen Ballen leicht umkippen und an den Rändern zerbröseln, wenn man sie oft anfasst.

Mit Eazy Plugs ist das alles viel einfacher:

  • Kein Ausdrücken mehr. Wässern, abtropfen lassen, fertig. Die richtige Feuchte stellt sich fast von allein ein.
  • Schwer zu übergießen. Die Plugs saugen Wasser auf, behalten aber ihre Luftporen. Die Wurzeln ersticken nicht so schnell wie in einem nassen Torfballen.
  • Formstabil. Die Würfel kippen nicht um, zerbröseln nicht und lassen sich gut anfassen.
  • Alles in einer Schale. Ich kann alle Plugs auf einmal wässern und sehe auf einen Blick, wie es den Keimlingen geht.
  • Gleichmäßiger Start. Weil jeder Plug gleich ist, laufen die Keimlinge bei mir auch gleichmäßiger auf.

Ein kleiner Nachteil: Eazy Plugs sind etwas teurer als Jiffys. Für mich ist die einfachere Handhabung den Aufpreis aber wert, gerade weil die ersten Tage die empfindlichste Phase sind.

So nutze ich Eazy Plugs

Der Ablauf ist fast derselbe wie im Anzucht-Beitrag. Nur der Schritt mit dem Jiffy wird ersetzt. Die Samen weiche ich vorher genauso in Seedbooster-Lösung ein, bis die erste Wurzel zu sehen ist.

  1. Plugs wässern: Die Schale mit den Plugs mit zimmerwarmem Wasser füllen, sodass alle Plugs gut durchfeuchtet sind. Auch hier kann man die restliche Seedbooster-Lösung nehmen.
  2. Abtropfen lassen: Nach ein paar Minuten das überschüssige Wasser abgießen und die Schale kurz abtropfen lassen. Die Plugs werden nicht ausgedrückt.
  3. Samen einsetzen: Den gekeimten Samen mit der Wurzel nach unten vorsichtig in das vorgeformte Loch setzen, etwa 0,5 bis 1 cm tief. Am besten mit einer sauberen Pinzette am Samenkorn greifen.
  4. Leicht abdecken: Das Loch locker mit ein paar Krümeln Substrat schließen, damit der Samen im Dunkeln liegt. Nicht festdrücken.
  5. Warm und feucht stellen: Die Schale kommt ins Anzuchtgewächshaus oder unter eine Haube, bei 22 bis 26 °C und 70 bis 80 % Luftfeuchte, mit gedimmtem Licht im 18:6-Zyklus.

Gießen

Die Plugs halten das Wasser recht lange. Ich gieße erst wieder, wenn sie spürbar leichter und an der Oberfläche heller werden. Dann fülle ich etwas Wasser von unten in die Schale, lasse es ein paar Minuten einziehen und gieße den Rest wieder ab. So bleibt nichts dauerhaft im Wasser stehen.

Umtopfen

Wie beim Jiffy bleibt der Keimling im Plug, bis die ersten weißen Wurzelspitzen seitlich und unten herauswachsen, bei mir meist nach 7 bis 14 Tagen. Dann setze ich den ganzen Plug in den 0,5-Liter-Topf mit Erde, fülle rundherum auf und gieße leicht an. Weil kein Netz drumherum ist, wachsen die Wurzeln ohne Hindernis in die Erde. Wie es danach weitergeht, steht ebenfalls im Anzucht-Beitrag.

Mein Fazit

Jiffys sind nicht schlecht, und viele kommen gut damit klar. Mir haben die Eazy Plugs aber genau die Fehlerquelle genommen, die mich am meisten gestört hat: die richtige Feuchte. Seit dem Umstieg ist die Anzucht für mich entspannter, und die Keimlinge starten gleichmäßiger. Wer am Anfang öfter mit zu nassen oder zu trockenen Jiffys kämpft, sollte Eazy Plugs ausprobieren.

Alles rund um Licht, Temperatur und Luftfeuchte in den ersten Wochen findest du in meinem Beitrag Anzucht: Vom Samen bis zum Keimling, mein Equipment unter Mein Setup.

Hinweis: Ich baue ausschließlich im gesetzlichen Rahmen des KCanG an und gebe nichts weiter. Dieser Beitrag dient nur der Information über Technik und Erfahrungen und ist keine Werbung. Mehr dazu auf meiner Seite Grow.

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