Bitcoin entwickelt sich weiter – aber langsam und vorsichtig, weil ein Fehler Milliarden kosten könnte. Drei Neuerungen sind besonders wichtig.
SegWit (2017) hat die Daten einer Transaktion neu sortiert. Dadurch passen mehr Transaktionen in einen Block, und ein lästiger Fehler wurde behoben, der den Bau von Zusatzsystemen erschwerte. Adressen, die mit bc1q beginnen, sind SegWit-Adressen.
Taproot (2021) macht komplexere Transaktionen – etwa Konten, für die mehrere Personen unterschreiben müssen – günstiger und privater. Von außen sehen sie oft aus wie ganz normale Zahlungen. Taproot-Adressen beginnen mit bc1p.
Lightning ist ein zweites Netz, das auf Bitcoin aufsetzt. Zwei Personen öffnen einen gemeinsamen „Kanal“ und können darin beliebig oft und fast ohne Gebühr hin- und herzahlen – in Sekunden. Erst beim Schließen landet das Ergebnis wieder auf der Blockchain.
Segregated Witness (BIP141, aktiviert im August 2017 bei Block 481.824) verlagert Signaturdaten in einen separaten Witness-Bereich, der nicht in die Transaktions-ID eingeht. Das behebt die Transaction Malleability: Dritte konnten die ID einer unbestätigten Transaktion verändern. Gleichzeitig ersetzt SegWit das 1-MB-Limit durch ein Gewichtslimit von 4 Mio. Weight Units, wobei Witness-Daten nur ein Viertel zählen.
Taproot (BIP340–342, aktiviert im November 2021 bei Block 709.632) bringt Schnorr-Signaturen, ein neues Ausgabeformat (SegWit v1) und Tapscript. Ausgabebedingungen werden als Merkle-Baum (MAST) hinterlegt; beim Ausgeben wird nur der genutzte Zweig offengelegt. Einigen sich alle Beteiligten, reicht eine einzige Schnorr-Signatur über den Key Path.
Lightning Network (Whitepaper von Joseph Poon und Thaddeus Dryja, 2016) nutzt 2-von-2-Multisig-Kanäle. Zahlungen über mehrere Kanäle hinweg sichern Hash Time-Locked Contracts (HTLCs) ab: Entweder alle Stationen bekommen ihr Geld, oder keine. Ohne den SegWit-Fix gegen Malleability wären solche Kanäle kaum sicher umsetzbar gewesen.
Die Basisschicht bleibt sicher und langsam, schnelle Alltagszahlungen laufen über Lightning. Upgrades erfolgen als Soft Forks, damit alte Software weiter funktioniert.





